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PV-Anbieter Insolvenz 2025: Was bedeutet die Krise für Eigentümer?

PV-Anbieter Insolvenz 2025 – Ursachen, Risiken & Absicherung

Die Photovoltaik-Branche in Deutschland steht 2025 vor einer harten Marktbereinigung: Immer mehr Anbieter melden Insolvenz, zahlreiche Projekte verzögern sich oder werden gar nicht mehr abgeschlossen. Für viele Hausbesitzer und Investoren ist die Lage angespannt – Unsicherheit prägt das Geschäft mit der Energiewende. Solarhilfe erklärt, was hinter der Insolvenzwelle steckt, wie Sie Risiken vermeiden und welche Rechte Sie als Kunde jetzt haben.

Warum geraten immer mehr PV-Anbieter in die Insolvenz?

Die Gründe für die aktuelle Insolvenzwelle sind vielfältig – und eng mit der Marktentwicklung 2024/2025 verbunden:

  • Überproduktion & Preisdruck:
    Chinesische Modulhersteller überschwemmen den europäischen Markt mit Billigware, die Preise sinken rasant. Viele deutsche Anbieter können bei diesen Einkaufspreisen und gleichzeitig steigenden Montage- und Lohnkosten nicht mehr mithalten.

  • Nachfrage bricht ein:
    Während Gewerbe- und Freiflächenanlagen weiterhin wachsen, geht die Nachfrage im Privatkundengeschäft massiv zurück. Hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und die Verunsicherung nach zahlreichen Pleiten sorgen für Kaufzurückhaltung.

  • Fachkräftemangel & Überlastung:
    Viele Installationsbetriebe hatten sich auf das große Wachstum eingestellt, haben Personal aufgebaut oder sogar expandiert. Doch nun bleiben Aufträge aus, Fixkosten laufen weiter – die Liquidität vieler Firmen ist gefährdet.

  • Fehlende Kapitaldecke & schlechtes Management:
    Gerade kleinere und neue Anbieter haben oft keine Reserven, um eine Marktschwäche zu überstehen. Schlechte Kalkulationen, fehlende Rücklagen und riskante Vorkasse-Modelle führen schneller zur Insolvenz.

Was bedeutet die Insolvenz für laufende und geplante PV-Projekte?

Gefahr für Anzahlungen und offene Leistungen:
Ist ein Anbieter zahlungsunfähig, besteht für Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet haben oder auf die Fertigstellung ihrer Anlage warten, das Risiko, dass Geld und Leistungen verloren sind. Besonders kritisch ist dies bei Vorkasse und bei Projekten ohne ausreichende Sicherheiten.

Baustopp, Lieferengpässe, keine Gewährleistung:
Wird eine Solarfirma zahlungsunfähig, werden Baustellen nicht weitergeführt, offene Fragen bleiben unbeantwortet und Garantieleistungen sind im Zweifel nicht mehr abrufbar. Auch die Wartung bestehender Anlagen ist meist nicht mehr gesichert.

Schwierigkeiten bei der Schadensregulierung:
Viele Kunden erleben, dass sie im Insolvenzfall nur als nachrangige Gläubiger gelten und Zahlungen oft vollständig verlieren. Die Abwicklung zieht sich meist über Monate.

Wie können sich Eigentümer gegen Insolvenzen absichern?

Solarhilfe empfiehlt:

  • Zahlungen nach Baufortschritt:
    Vermeiden Sie hohe Vorauszahlungen! Zahlen Sie nach tatsächlichem Baufortschritt und sichern Sie sich vertraglich ab.

  • Bonitätsprüfung & Referenzen:
    Bevor Sie einen Anbieter beauftragen, prüfen Sie dessen Bonität und fordern Sie Referenzprojekte ein. Gute Anbieter legen Ihnen auf Nachfrage gern aktuelle Nachweise und Erfahrungsberichte vor.

  • Bürgschaften und Fertigstellungsgarantie:
    Bestehen Sie auf einer Vertragserfüllungsbürgschaft oder einer Versicherung, die im Insolvenzfall greift.

  • Treuhandkonto nutzen:
    Lassen Sie größere Summen (z. B. die Schlusszahlung) über ein Treuhandkonto abwickeln. So wird das Geld erst bei ordnungsgemäßer Fertigstellung ausgezahlt.

  • Vertragliche Sicherheiten:
    Achten Sie auf eindeutige Regelungen zur Fertigstellung, zu Rücktrittsrechten und zu Ersatzlösungen im Notfall.

Was tun, wenn Ihr Anbieter bereits insolvent ist?

  • Insolvenzverwalter kontaktieren:
    Als Kunde sollten Sie sich umgehend beim Insolvenzverwalter melden und Ihre Ansprüche geltend machen. Die Kontaktdaten finden Sie im Handelsregister oder meist auf der Webseite des Anbieters.

  • Dokumentation sichern:
    Sichern Sie alle Unterlagen, Verträge, Zahlungen, E-Mail-Verläufe und Bilder des Baufortschritts. Je besser Sie Ihre Forderungen belegen können, desto höher sind die Chancen auf zumindest eine Teilerstattung.

  • Fertige Teilleistungen prüfen lassen:
    Lassen Sie durch einen unabhängigen Gutachter oder einen erfahrenen Solarteur prüfen, was bereits verbaut wurde und ob die Arbeiten abgenommen werden können.

  • Neue Partner suchen:
    Informieren Sie sich über regionale Fachbetriebe, die Projekte nach einer Insolvenz übernehmen können. Oft finden sich Spezialisten, die unfertige Anlagen fachgerecht fertigstellen – etwa über Solarhilfe.

Welche Rechte haben Kunden im Insolvenzfall?

  • Rücktrittsrecht:
    Wenn Leistungen nicht erbracht werden, können Sie vom Vertrag zurücktreten. Im Insolvenzfall ist dies aber oft nur formell möglich – praktisch gibt es meist keine Erstattung.

  • Anspruch als Gläubiger:
    Melden Sie Ihre Forderung im Insolvenzverfahren fristgerecht an. Informationen dazu erhalten Sie beim Insolvenzverwalter.

  • Mängelhaftung:
    Wird die Anlage fertiggestellt, bleibt die gesetzliche Gewährleistung grundsätzlich bestehen – allerdings ist sie im Fall einer Insolvenz de facto meist wertlos.

Welche Anbieter sind noch sicher? Worauf jetzt achten?

In der aktuellen Phase überleben vor allem etablierte, wirtschaftlich stabile und kundenorientierte Anbieter. Achten Sie auf langjährige Erfahrung, eigene Monteure, positive Bewertungen und ein professionelles Projektmanagement. Skeptisch sollten Sie werden bei extrem günstigen Angeboten, mangelnder Transparenz oder Druck zur schnellen Unterschrift.

Ausblick & Fazit: Was lernen wir aus der Krise?

Die aktuelle Insolvenzwelle ist eine Phase der Marktbereinigung. Wer jetzt klug plant, Risiken absichert und auf Qualität setzt, kann weiterhin erfolgreich in Photovoltaik investieren. Die Energiewende bleibt alternativlos – aber der Weg dorthin braucht starke, verlässliche Partner. Informieren Sie sich umfassend, holen Sie unabhängige Meinungen ein und lassen Sie Verträge immer prüfen!

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