PV-Anbieter Insolvenz 2025: Was bedeutet die Krise für Eigentümer? PV-Anbieter Insolvenz 2025 – Ursachen, Risiken & Absicherung Die Photovoltaik-Branche in Deutschland steht …
In Deutschland und Europa sorgen die Photovoltaik-Preise im Jahr 2025 für Diskussionen wie selten zuvor: Die Preise für PV-Module sind auf historische Tiefstände gefallen – und gleichzeitig geraten viele Solarfirmen, vor allem im Privatkundengeschäft, zunehmend unter Druck. Was steckt hinter diesem Preisverfall? Wie sicher ist es, jetzt zu kaufen? Und welche Fehler sollten Eigentümer unbedingt vermeiden? Solarhilfe analysiert die wichtigsten Hintergründe, Chancen und Risiken für Hausbesitzer und Investoren.
Noch vor zwei Jahren waren Solarmodule ein knappes Gut. Lieferzeiten von mehreren Monaten, explodierende Preise und massive Unsicherheiten prägten den Markt – befeuert durch die Energiewende, die Ukraine-Krise und eine enorme Nachfragedynamik. 2025 hat sich das Blatt komplett gewendet: PV-Module sind so günstig wie nie. Laut aktuellen Erhebungen renommierter Marktbeobachter sind die Preise für Solarmodule im ersten Halbjahr 2025 um weitere 8 % gesunken, nachdem bereits Ende 2024 deutliche Korrekturen sichtbar waren (pv-magazine.com)
Diese Entwicklung betrifft sowohl Standardmodule als auch leistungsstärkere TOPCon- und Heterojunction-Module, die mittlerweile teilweise unter 12 ct/Wp gehandelt werden. Viele Händler sitzen auf hohen Lagerbeständen, während die Nachfrage insbesondere im Privatsegment zurückgeht. Die Kombination aus Überangebot und Nachfrageschwäche führt zu einem regelrechten Preisverfall – und bringt Chancen wie Risiken gleichermaßen mit sich.
Überproduktion in Asien:
Das Kernproblem liegt auf der Angebotsseite. Besonders in China wurden in den letzten Jahren enorme Fertigungskapazitäten aufgebaut. Chinesische Hersteller produzieren weit über den weltweiten Bedarf hinaus – das Überangebot landet verstärkt auf dem europäischen Markt und sorgt für massiven Preisdruck.
Nachfrageflaute in Europa:
Während die Produktion läuft, schwächelt die Nachfrage. Insbesondere im Privatkundenbereich zeigen sich viele Hausbesitzer zurückhaltend. Gründe sind unter anderem gestiegene Bauzinsen, Unsicherheiten bei der Förderung, negative Schlagzeilen über Insolvenzen im Solarsektor (siehe auch: Was tun, wenn meine Solarfirma insolvent ist?), sowie die Angst vor technischen oder regulatorischen Änderungen.
Wirtschaftliche Unsicherheiten:
Viele potenzielle Käufer sind angesichts konjunktureller Risiken vorsichtig, investieren zurückhaltender oder verschieben ihre Pläne. Auch die Inflation und höhere Preise für Montage, Wechselrichter und Speicher drücken auf die Kaufbereitschaft.
Technologische Sprünge und Preiszyklen:
Mit dem rasanten technischen Fortschritt – etwa durch die Markteinführung von TOPCon- und HJT-Modulen – geraten ältere Modulgenerationen weiter unter Preisdruck. Händler müssen abverkaufen, was Lager kostet, bevor sie neue Ware beziehen.
Für Kaufinteressenten:
Die aktuell niedrigen Modulpreise sind auf den ersten Blick ein großes Plus für Hausbesitzer und Investoren. Noch nie war der Einstieg so günstig, und die Ersparnisse bei der Beschaffung können bei typischen Einfamilienhaus-Anlagen schnell mehrere Tausend Euro ausmachen.
Für Betreiber bestehender Anlagen:
Wer bereits eine PV-Anlage besitzt, sieht den Wert seiner Investition zwar sinken, profitiert aber weiterhin vom Eigenverbrauch und von fixen Einspeisevergütungen. Wer überlegt, zu erweitern oder einen Speicher nachzurüsten, kann ebenfalls von den günstigen Preisen profitieren.
Für Installationsbetriebe und Händler:
Hier sieht es düster aus: Viele Unternehmen stehen massiv unter Margendruck, einige Firmen kämpfen ums Überleben. Auch größere Anbieter haben Kurzarbeit angemeldet, Restrukturierungen angekündigt oder ziehen sich aus dem Privatkundengeschäft zurück. Die Zahl der Insolvenzen steigt deutlich.
Qualitätsprobleme und Garantiefragen:
Mit sinkenden Preisen steigt der Preisdruck in der gesamten Lieferkette. Manche Hersteller sparen an Qualität, Zertifikaten oder Garantieleistungen. Gerade bei asiatischen Modulen gibt es immer wieder Diskussionen um Haltbarkeit, schwache Leistung bei Diffuslicht oder schlechteren Service im Schadensfall.
Service- und Insolvenzrisiko:
Mit dem Preiskampf steigt die Gefahr, an eine unseriöse oder wirtschaftlich angeschlagene Firma zu geraten. Immer mehr Solarkunden berichten von Baustopps, abgebrochenen Projekten und ausbleibendem Service nach der Installation. Solarhilfe rät: Prüfen Sie Anbieter auf wirtschaftliche Stabilität, Erfahrung und Service. Zahlen Sie nach Baufortschritt und sichern Sie sich vertraglich ab.
Technische Kompromisse:
Extrem günstige Angebote gehen nicht selten mit technischen Nachteilen einher – etwa bei der Wechselrichterauswahl, beim Montagezubehör oder bei fehlenden Zertifikaten. Langfristige Kosten können höher ausfallen, wenn die Anlage weniger Strom produziert, schneller verschleißt oder der Hersteller insolvent wird.
Trotz des Preisverfalls ist die Nachfrage bei Privatkunden 2025 überraschend niedrig. Neben den bereits genannten Gründen (Zinsen, Unsicherheit, Insolvenzen) spielt auch die neue Diskussion um negative Strompreise eine Rolle: Immer mehr Eigentümer fragen sich, ob sich die Einspeisung ins Netz noch lohnt, oder ob die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen generell sinkt (siehe: Negative Strompreise: Gefahr oder Chance für PV-Anlagenbesitzer?).
Zudem ist der Beratungsbedarf deutlich gestiegen. Hausbesitzer wünschen sich mehr Transparenz, nachvollziehbare Angebote und verlässliche Partner – die klassische „Billig-vor-Schnell“-Mentalität scheint vorbei.
Markt genau beobachten und vergleichen:
Angebote schwanken aktuell stark. Manche Händler bieten Lagerware mit hohem Rabatt, andere können durch bessere Konditionen und Einkaufsverbünde günstigere Preise weitergeben. Vergleichen Sie mindestens drei Angebote und prüfen Sie nicht nur den Preis pro Wp, sondern auch Garantiebedingungen, Referenzen und das Kleingedruckte.
Nicht nur auf den Preis achten:
Achten Sie auf Qualität und Zertifizierungen. Lassen Sie sich Garantiebedingungen schriftlich geben und fragen Sie nach Referenzanlagen. Bei Unsicherheit lieber zu einem etablierten Anbieter greifen.
Risiko Pleitewelle minimieren:
Zahlen Sie möglichst nach Baufortschritt, fordern Sie Bürgschaften oder eine Fertigstellungsgarantie. Lassen Sie Verträge prüfen und sichern Sie sich ab – insbesondere bei Vorauszahlungen.
Zusatznutzen prüfen:
Jetzt kann es sich lohnen, direkt einen Stromspeicher oder ein dynamisches Stromtarif-Modell mitzuplanen. So lässt sich der Eigenverbrauch weiter steigern und das Risiko negativer Strompreise abfedern.
In der Summe gilt: Die aktuelle Marktsituation ist eine große Chance, aber kein Freifahrtschein. Günstige Modulpreise bedeuten nicht automatisch den günstigsten Anlagenpreis, denn Montagekosten, Wechselrichter, Speicher und Service machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus. Achten Sie auf Qualität, Referenzen und faire Vertragsbedingungen.
Wer gut plant, vergleicht und sich absichert, kann jetzt von den günstigen Preisen profitieren – wer vorschnell kauft, zahlt im Zweifel am Ende drauf.
Die meisten Experten rechnen damit, dass sich der Preisverfall mittelfristig abschwächt. Einem weiteren Run auf Billigmodule dürften zunehmende Marktbereinigungen, strengere Qualitätsanforderungen und neue technische Standards entgegenstehen. Langfristig bleibt die PV-Anlage für Hausbesitzer eine der sichersten Möglichkeiten, Energiekosten zu senken und unabhängiger zu werden – vorausgesetzt, sie wird sorgfältig geplant und installiert.
Die Photovoltaik-Branche 2025 ist geprägt von Preiskampf, Unsicherheit und enormem Wandel. Für Eigenheimbesitzer bietet das neue Chancen – wer Qualität, Service und langfristige Sicherheit in den Mittelpunkt stellt, kann jetzt clever profitieren und Fehler vermeiden.
PV-Anbieter Insolvenz 2025: Was bedeutet die Krise für Eigentümer? PV-Anbieter Insolvenz 2025 – Ursachen, Risiken & Absicherung Die Photovoltaik-Branche in Deutschland steht …