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PV-Zubau 2025 stockt – was steckt dahinter?

Die aktuellen Zubauzahlen der Bundesnetzagentur für März 2025 lagen bei nur 787 MWp. Das ist der niedrigste Monatswert seit Dezember 2022 – und weit unter dem Zielpfad für die Energiewende. Warum lahmt der PV-Ausbau, obwohl Strompreise und Nachfrage hoch sind?

Die Ursachen im Überblick

Netzanschluss-Probleme: Lange Wartezeiten, fehlende Digitalisierung bei Netzbetreibern

Genehmigungsstaus: Kommunale Verwaltung überlastet, insbesondere bei Gewerbedächern

Investitionszurückhaltung: Unsicherheit durch regulatorische Änderungen, Insolvenzen, Marktüberhitzung 2023

Handwerkermangel: Vor allem qualifizierte Elektriker und Montagefirmen fehlen

Weitere Bremsfaktoren

Überlastete Modulhersteller: Die rasante Nachfrage der Jahre 2023 und 2024 hat zu Engpässen geführt – viele Hersteller priorisieren Großkunden

Finanzierungsengpässe bei Banken: Insbesondere bei kleineren Installationsbetrieben stockt die Kreditvergabe für Materialeinkäufe

Komplexe Förderlandschaft: Die Vielzahl an Landes- und Bundesförderungen überfordert viele Privathaushalte und Unternehmen – Anträge dauern Wochen bis Monate

Auswirkungen auf Verbraucher und Anbieter

Verzögerungen bei Projektstart und Inbetriebnahme (teilweise 4–6 Monate Wartezeit)

Preissteigerungen bei Montageleistungen von bis zu 20 % im Vergleich zum Vorjahr

Risiko von Fristversäumnissen bei Förderprogrammen (z. B. KfW-Zuschüsse)

Unsicherheit durch Insolvenzen wichtiger Zulieferer (Meyer Burger, GMB)

Politische Reaktionen

Das BMWK kündigte im Juni 2025 ein „PV-Beschleunigungspaket“ an, das unter anderem:

Einheitliche Netzanmeldeverfahren digitalisieren

Installationsbetriebe finanziell absichern

Kommunen bei Genehmigungsprozessen entlasten soll

Ob und wann dieses Paket Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten.

Solarhilfe-Einschätzung

Der PV-Ausbau ist kein Selbstläufer – und braucht mehr als nur Nachfrage. Wer aktuell plant, sollte Puffer bei Zeit und Budget einrechnen. Gute Anbieter mit gesicherten Kapazitäten sind 2025 Gold wert. Gleichzeitig zeigt sich: Die Energiewende muss nicht nur politisch gewollt, sondern auch operativ und infrastrukturell umsetzbar sein.

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Quellen:

Bundesnetzagentur: Zubauzahlen März 2025 https://www.bundesnetzagentur.de